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Die hallesche Feuerbestattung

Mit der Erbauung des Gertraudenfriedhofes wurde auch der Neubau eines Krematoriums geplant. Dies war jedoch mit einigen Schwierigkeiten verbunden; maßgeblich mit dem Problem, dass die Feuerbestattung im damaligen Preußen nicht zulässig war. Nach dem Edikt von Paderborn, das Karl der Große im Jahr 785 erließ, stand die Feuerbestattung unter Todesstrafe. Dieses Verbot der „heidnischen“ Bestattungsform wirkte noch bis ins beginnende 19. Jahrhundert, in dem der Bau von Krematorien vielerorts untersagt war.

Zum Ende des Jahres 1900 gründete sich in Halle ein Feuerbestattungsverein. Initiiert von Friedrich Tepelmann, einem der damaligen Stadträte, fanden sich Bürger aus den bildungsnahen Schichten zusammen, um die Anerkennung der Feuerbestattung zu fördern und sie gesetzlich anerkennen zu lassen. Sie nutzen Veranstaltungen und Vorträge, um Vorurteile und Ängste abzubauen und den Menschen der Stadt Halle und der Umgebung diese alte Form der Bestattung nahe zu bringen. Der Verein konnte in seinen besten Zeiten bis zu 500 Mitglieder verzeichnen. Während dieser Verein, wie auch ähnliche in Deutschland, zu Beginn eher elitär geprägt war, wurde die soziale Komponente im Laufe des Bestehens immer wichtiger.

In den Krisenzeiten der Weimarer Republik war die Bestattung immer mehr zu einem belastenden Kostenfaktor geworden. Die Mitgliedschaft in einem Feuerbestattungsverein sicherte die Bestattung ab. Die Leistungen der Mitglieder deckten die Kosten für Sarg, Sterbehemd, Überführungen, die Feier in der Kapelle und Blumenschmuck, die Grabstelle und die Urne ab. In gemeinschaftlicher Arbeit wurde so ermöglicht, dass jedes Mitglied würdevoll bestattet wurde.

In Halle engagierten sich neben Tepelmann noch weitere Stadträte im Feuerbestattungsverein, die die Entwicklung der gesetzlichen Regelung der Feuerbestattung beschleunigen konnten.

Auch Oberbürgermeister Richard Rive, der Mitglied des preußischen Herrenhauses war, setzte sich für die Verabschiedung des Gesetzes ein, so dass dieses 1911 für Preußen in Kraft trat. Der Bau des Krematoriums konnte beginnen und wurde 1915 abgeschlossen. Ab diesem Jahr konnten sowohl die Einäscherungsanlage als auch der Gertraudenfriedhof allumfassend genutzt werden.

Das hallesche  Krematorium wurde von Wilhelm Jost entworfen und geplant. Der Stadtbaurat prägte das Bild Halles unter anderem auch durch den Bau des Wittekindbades, des Sparkassenbaus in der Rathausstraße und des Stadtbades. Wie diese Gebäude besticht auch der Krematoriumsbau mit reichen Details und monumentalem Eindruck. Die Anlage auf dem Gertraudenfriedhof ist geprägt von neoklassizistischen und romanischen Elementen. Eine kleine schlichte und eine große imposante Trauerfeierhalle stehen den Angehörigen bis heute für Erd- oder Feuerbestattungen zur Verfügung.

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