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Die Reise

Wer sind wir und wo gehen wir hin? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Wohin geht unsere letzte Reise?

Dieses sind zentrale Fragen, mit denen sich das künstlerische Werk von Bertil Vallien beschäftigt.

Der schwedische Glaskünstler (Jahrgang 1938) sorgt seit nunmehr über 40 Jahren weltweit mit seinen Ausstellungen für Aufsehen. Zu den bekanntesten Ausstellungsorten gehören u.a. das Metropolitan Museum of Art in New York, das Yokohama Museum of Art und die Done Gallery in Sydney. Zudem ist er als Designer für die weltweit bekannten schwedischen Glaswerke (Kosta Boda) tätig. Wohl kaum ein anderes Motiv in dem künstlerischen Wirken Valliens ist für den Betrachter derart beeindruckend wie das der Reise (Journey): Das Schiff aus blauem Glas, welches bewusst an Beisetzungsrituale der Antike oder aber auch der Wikinger erinnert.

Für die Flamarium Saalkreis GmbH & Co. KG hat Bertil Vallien eine neue Interpretation der Reise entwickelt: Das Schiff gleitet auf einem Fluss in Richtung eines goldenen Lichtes, welches zwar geheimnisvoll wirkt, beim Betrachter jedoch Hoffnung weckt.

Dieses Kunstwerk ist ein dauerhafter Bestandteil der Feierhalle im Flamarium Saalkreis und verleiht jeder Trauerfeier einen ästhetischen und würdevollen Rahmen.

Mehr zu Leben und Werk des Bertil Vallien finden Sie unter www.bertilvallien.nu.

Karl Völker (1889 -1962) Maler, Grafiker und Architekt

Der Maler, Grafiker und Architekt Karl Völker zählt zu den vielseitigsten Künstlerpersönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts. Der 1889 in Halle an der Saale geborene Karl Völker wurde bereits in jungen Jahren mit größeren Aufgaben betraut. So erhielt Völker 1914 den Auftrag zur künstlerischen Ausgestaltung der großen Kapelle des Gertraudenfriedhofs. Der vierundzwanzigjährige Völker hatte erst kurz zuvor sein Studium an der Dresdner Kunstgewerbeschule im Meisteratelier für Wandmalerei beendet. Die Ausmalung der Hauptkapelle, die heute Bestandteil des Flamarium Halle ist, war Völkers erster städtischer Auftrag in seiner Geburtsstadt, dem später noch zahlreiche Engagements folgten. Die 1914 entstandenen Kuppelfresken sind jedoch das einzige Werk der Wandmalerei von Völker, das in Halle erhalten geblieben ist.

Dem überkonfessionellen Charakter der Feuerbestattung folgend verzichtete Völker bei der Gestaltung der Kuppelfresken auf biblische Bildmotive. Dargestellt wird ein Kranz von 16 weiblichen Engel, die beidseitig von Rundbogenfenstern begrenzt werden. Der Kranz der Engel schließt seinerseits einen Flammenkreis mit der Figur eines Licht- und Feuerbringers im Kuppelzentrum ein. Durch die Anordnung der Bildelemente und die Farbgestaltung wird mit optischen Mitteln die Struktur einer Iris erzeugt. Völkers Darstellung gestattet vielfältige Jenseitsvorstellungen und spricht somit sowohl religiöse als auch weltliche Personenkreise an.

Karl Völker, der in seinem Leben zwischen Architektur und Bildender Kunst schwankt, schließt sich Max Pechsteins Novembergruppe an und ist 1919 Mitbegründer der „Hallischen Künstlergruppe“. Dieser Vereinigung gehörten auch die Bildhauer Paul Horn und dessen Sohn Richard Horn an, die auf dem Gertraudenfriedhof zahlreiche Grabplastiken und Skulpturen schufen. Bis 1933 widmete sich Karl Völker zahlreichen Projekten in unterschiedlichen Kunstgenres. Seine Mitte der 1920er Jahre geschaffenen Industriebilder zählen zu den Meisterwerken in jener Epoche der Neuen Sachlichkeit. Während der Nazi-Diktatur mit einem Malverbot belegt, findet Völker nur mit Unterstützung der Denkmalpflege Arbeitsmöglichkeiten. Nach Kriegsende bilden architekturbezogene Arbeiten den Schwerpunkt. Parallel dazu entstehen Kreidegrundzeichnungen, in denen sich der Künstler in seinen letzten Lebensjahren tradierten humanistischen Inhalten zuwendet und sich mit antiken Dramen und religiösen Themen auseinandersetzt. Der vielseitige Künstler Karl Völker verstirbt im Dezember 1962 in Weimar. Die Trauerfeier erfolgte am 03. Januar 1963 in der großen Kapelle des Gertraudenfriedhofs.

Selbst Kunstkennern ist das Schaffen von Karl Völker nur in Einzelwerken gegenwärtig. Die 2006 gegründete Karl-Völker-Initaitive e.V. (www.karl-voelker-initiative.de) hat es sich daher zum Ziel gesetzt das Werk Karl Völkers wieder ins Bewusstsein einer größeren Öffentlichkeit zu rücken. Vor diesem Hintergrund hat die Karl-Völker-Initiative gemeinsam mit der Gütegemeinschaft Flamarium anlässlich deren Tage der offenen Tür im November 2007 eine Sonderausstellung im Gertraudenfriedhof initiiert. Unter dem Thema „Völkers Engel – Engelsvölker“ wurden Kreidegrundzeichnungen aus den letzten Schaffensjahren des Künstlers gezeigt, in denen Engelwesen die dargestellten Szenen bestimmen. Mit der Ausstellung in der großen Feierhalle wurden die Kuppelfresken als erste Engel im Werk des Künstlers mit den letzten Engeln der Kreidgrundzeichnungen auf eindrucksvolle Weise vereint. Völkers Engelfiguren sind keine kitschigen und liebreizenden Lichtgestalten, sondern vermitteln durch Gesten und Haltung, wie dicht Freude und Lust mit Trauer und Schmerz verbunden sind.

Hinweis:

Weitere Informationen zur Ausstellung „Völkers Engel – Engelsvölker“ finden Sie im Beitrag „Engel bevölkern Halle“, der in der Dezember-Ausgabe 2007 der Zeitschrift Friedhofskultur (www.friedhofskultur.de) veröffentlicht wurde.

Erklärung zum Umgang mit Totenaschen

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