Das Flamarium Saalkreis setzt Zeichen. Bereits rein äußerlich hebt sich die Einrichtung von den herkömmlichen Gestaltungsformen anderer Friedhofsbauten ab. Die auffällige Architektur des Bauwerks wird durch die in den Farben der Sonne gestaltete Frontfassade unterstrichen. Dies alles sind sichtbare Elemente eines angestrebten Paradigmenwechsels im (Feuer-) Bestattungswesen: Mehr Transparenz anstelle Isolation und Agieren im Verborgenen.
Zentraler Bestandteil des Baukomplexes ist die im November 2006 eingeweihte Trauerfeierhalle. Sie bietet Platz für etwa 70 Trauergäste.
Die Innenraumgestaltung ist eine Symbiose von Moderne und Tradition. Für die künstlerische Gestaltung zeichnet sich einer der bekanntesten Glaskünstler, Bertil Vallien, verantwortlich. Das Thema Tod & Trauer ist eines der bestimmenden Motive in den Werken des aus Schweden stammenden Künstlers. Im Flamarium Saalkreis hat Bertil Vallien ein ambitioniertes und facettenreiches Kunstwerk geschaffen, welches jeder Trauerfeier einen ästhetischen und würdevollen Rahmen verleiht.
In die Außenwände der Feierhalle wurden großzügig bemessene Glasflächen integriert. Die Anordnung der transparenten Glaselemente ruft je nach Tageszeit und Wetterlage stimmungsvolle Lichtreflexionen hervor, die zur besonderen Atmosphäre beitragen. Herausragendes Merkmal der Gesamtkonzeption ist die Aufhebung der Trennung von Trauer und Technik. Der Anlagenbereich und die Trauerfeierhalle liegen auf einer Ebene. Durch Freigabe eines Sichtfensters wird den Angehörigen die Option eröffnet, die Aufnahme des Sarges in das Einäscherungsgewölbe in das Trauerritual einzubeziehen.
"Trauernde sind überall sich verwandt" formulierte es der Dichter und Dramatiker Franz Grillparzer. Die Trauer als verbindendes Element bietet dem Bestattungswesen somit die Chance, einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis der Glaubens- und Völkergemeinschaften zu leisten. In diesem Sinne steht die Einrichtung allen religiösen und nicht konfessionell gebundenen Personenkreisen im gleichen Maße offen. Die Nutzung der Trauerfeierhalle ist weiterhin nicht an eine bestimmte Bestattungsart gebunden. Mit Respekt vor den unterschiedlichen Bekenntnissen und Vorstellungen werden individuelle Gestaltungsformen der Abschiednahme gewährt.
Seit 2009 verfügt das Flamarium Saalkreis über ein eigenes Friedhofscafé. Die Räumlichkeiten wurden mit großzügig bemessenen Glasfassaden versehen, die natürliches Licht spenden und den Blick auf eine angrenzende Teichanlage freigeben. Im Friedhofscafé finden etwa 70 Gäste Platz. Nach Absprache können hier Kaffeetafeln oder auch aufwendigere Darreichungen arrangiert werden.