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"Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt"
Bertolt Brecht (1898-1956)

Ewigkeitssonntag / Totensonntag

Der Ewigkeitssonntag ist ein Feiertag der evangelischen Kirche und wird am letzten Sonntag des Kirchenjahres - der Sonntag vor dem 1. Advent - begangen. Anstelle der offiziellen Bezeichnung der Evangelischen Kirche "Ewigkeitssonntag" wird im Sprachgebrauch vorrangig der alte Begriff "Totensonntag" verwendet. Der Ewigkeitssonntag ist in erster Linie ein Totengedenktag. Viele Menschen verbinden diesen Tag mit einem Friedhofsbesuch, um die Ruhestätten ihrer verstorbenen Angehörigen aufzusuchen. In Gottesdiensten der evangelischen Glaubensgemeinschaft ist es üblich an diesem Tag die Namen der Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres vorzulesen. Die Verstorbenen werden bewusst in die Fürbitte eingeschlossen.
Neben dem Andenken, der Trauer und dem Abschied von Verstorbenen
als auch die Erinnerung an die eigene Vergänglichkeit soll der Ewigkeitssonntag gleichzeitig Trost und Hoffnung spenden, da der Tod nach der christlichen Glaubensvorstellung kein Ende ist: "Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt" Johannes 11, 25.

Allerseelen

Allerseelen ist ein feststehender Feiertag der katholischen Kirche und findet am zweiten November statt. Der Feiertag steht im direkten Zusammenhang mit dem Vortag Allerheiligen, an dem aller christlichen Heiligen gedacht wird. Ergänzend zur Gedenkfeier der Märtyrer des christlichen Glaubens (Allerheiligen) dient Allerseelen dem Gedenken aller Verstorbenen. Neben Gedenkveranstaltungen für die Verstorbenen gehören Spenden für Bedürftige zu den Brauchhandlungen dieses Tages.
Die erste Novemberwoche mit den Gedenktagen Allerheiligen und Allerseelen wird auch als Trauer- oder Seelenwoche bezeichnet. In einigen Regionen werden während dieses Zeitraumes kulturelle Handlungen vollzogen, die beispielsweise das Schmücken der Gräber, die Öffnung von Beinhäusern oder diverse Lichterbräuche auf Friedhofsanlagen beinhalten. Die verschiedenen Brauchhandlungen gehen auf die römisch-katholischen Glaubensvorstellungen des Fegefeuers (Purgatorium) als ein Ort der Seelenreinigung zurück. Hiernach müssen die Armen Seelen zunächst das Fegefeuer durchschreiten, ehe sie - von den schlechten Eigenschaften geläutert - zu Gott gelangen. Durch Gebete und Taten der Nächstenliebe konnte nach frühchristlichen Vorstellungen die Aufenthaltsdauer der Verstorbenen im Fegefeuer verkürzt werden. Die evangelische Kirche lehnt Allerseelen als verbindlichen Feiertag für die gesamte Kirche mit Verweis auf den Bezug zur Fegefeuerlehre ab.

Worldwide Candle Lighting - Weltgedenktag für verstorbene Kinder

Der Weltgedenkttag für verstorbene Kinder wurde von der in den USA und England tätigen Organisation "Compassionate Friends" (Mitfühlende Freunde) initiiert. Zum Gedenken an die verstorbenen Kinder stellen die trauernden Angehörigen und Freunde am zweiten Sonntag im Dezember um 19.00 Uhr Ortszeit brennende Kerzen in die Fenster. Auf Grund der unterschiedlichen Zeitzonen entsteht eine sinnbildliche Lichterwelle, die innerhalb von 24 Stunden die Erde umkreist hat.
    
"Jedes Licht im Fenster steht dafür, dass die gestorbenen Kinder das Leben erhellt haben und sie nie vergessen werden. Das Licht schlägt Brücken von einem betroffenen Menschen zum anderen, von einer Familie zur anderen, von einem Haus zum anderen, von einem Land zum anderen. Es versichert betroffenen Menschen die Solidarität untereinander."
(Auszug einer Pressemitteilung des VEID)

Der Idee eines World Candle Lighting haben sich mittlerweile viele Betroffenenorganisationen der Ländergemeinschaft angenommen. In Deutschland fördern die Mitglieder des Verbandes Verwaister Eltern e.V. (VEID) diesen Gedenktag. Begleitend zur Aufstellung von Lichterkerzen finden bundesweit Gedenkveranstaltungen statt.

Volkstrauertag

Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag und findet seit 1952 zwei Sonntage vor dem 1. Advent statt. Auf Initiative des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. (VDK) wurden seit 1924 zum Gedenken an die Verstorbenen des ersten Weltkrieges jährlich zentrale Feierveranstaltungen begangen. Während der Nazi-Diktatur in den Jahren 1934 bis 1945 wurde der zwischenzeitlich in Heldengedenktag umbenannte Volkstrauertag missbräuchlich zweckentfremdet. Die ursprüngliche Tradition als besonderer Gedenktag für die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft wird seit der erneuten Einführung eines Volkstrauertages im Jahre 1950 gepflegt. Die Erinnerung an die Kriegsopfer soll gleichzeitig eine Mahnung zur Versöhnung, zur Verständigung und zum friedlichen Zusammenleben sein.
Die Einrichtungen der obersten Bundesbehörden sowie der Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht von Bundesbehörden unterstehen, werden am Volkstrauertag halbmast beflaggt. Mit Einweihung der Neuen Wache Berlin als zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland findet hier seit 1993 jedes Jahr am Volkstrauertag ein Zeremoniell mit Kranzniederlegung statt, an dem der Bundespräsident und Repräsentanten der anderen Verfassungsorgane des Bundes teilnehmen. Unter Trägerschaft des VDK werden am Volkstrauertag auf Landes- und Gemeindeebene weitere Gedenkveranstaltungen abgehalten.

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus - Holocaustgedenktag

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (Holocaustgedenktag) wurde 1996 in Deutschland eingeführt. Vor dem Hintergrund der Befreiung der Inhaftierten des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee wurde der jährlich begangene Gedenktag auf den 27. Januar gelegt. Im Jahr 2005 erklärte die Generalvollversammlung der Vereinten Nationen den 27. Januar zum internationalen Holocaustgedenktag.
Nach Ausführungen des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog soll der Holocaustgedenktag Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und dazu beitragen jeder Gefahr der Wiederholung entgegenzuwirken. Als Zeichen der Staatstrauer werden in Deutschland am Holocaustgedenktag an öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen Bundes- und Landesfahnen auf halbmast gehisst.

Erklärung zum Umgang mit Totenaschen

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