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Die hallesche Feuerbestattung (Teil 2)

Betritt man den Friedhof durch den Eingang Dessauer Straße und folgt dem Weg nach links erhebt sich hinter dem großen Wasserbassin das beeindruckende Gebäude des Krematoriums. Die Anlage mit den zwei symbolträchtigen freistehenden Säulen besticht durch seine perfekte Symmetrie. Die klaren Linien werden durch die Spiegelung im Wasser und die hinführenden Platanen am Wegrand noch verstärkt. Das Zentrum des Komplexes bildet die Kapelle, die man über die beiden Freitreppen, die zum Vorplatz hinauf führen, erreichen kann. Der Vorplatz wird von drei Seiten umrahmt von den Querbauten und zwei Säulengängen, die an einen Kreuzgang erinnern. Neben den Feierhallen befinden sich darin Verwaltungs- und Wirtschaftsräume. Die technischen Anlagen zur Einäscherung befinden sich unter dem sogenannten Leichenzellentrakt. Über Versenkungsanlagen können Särge in die Feierhallen befördert und zur Einäscherung zurückgeführt werden.

Im Inneren des Gebäudes setzt sich die monumentale Kraft besonders in der großen Feierhalle fort. Unerwartet eröffnet sich eine riesige Kuppel über dem runden Raum, der durch Rundbögen und große Nischen gesäumt ist. Während die kleine Feierhalle eher neutral und schlicht gehalten ist, finden sich in der blauen Halle Symbolwelten wieder, die man sonst aus Kirchen oder Gebäuden der römischen Antike kennt.

Das Innere der Feierhalle und die beeindruckende Kuppel wurden von Karl Völkers gestaltet, der als herausragendes Mitglied der Hallischen Künstlergruppe auch außerhalb der Stadt Halle von sich reden machte. Die durch Bibelzitate unterstützten Fresken unter dem Dach der Feierhalle stellen einen Kranz aus 16 Engeln dar, der sich auf das Zentrum zubewegt. Am Nabel der Wölbung findet sich eine Prometheus-Figur aus deren Hand leuchtende Funken schlagen.

Die Toten scheinen von diesem Feuer angezogen zu werden, ein Heilsversprechen vermutend werden sie zum Feuer gesogen. Diese Bilder entsprechen den Gedanken der Feuerbestattungsbewegung, die an die reinigende Kraft des Feuers glaubte. Im Zuge der Generalinstandsetzung der Feierhalle in den Jahren 1977 und 1978 wurden die Figuren restauriert bzw. übermalt, so dass sich ihr ursprünglicher Ausdruck veränderte. Gleichzeitig wurde jedoch ein riesiger Kronleuchter mit 64 Leuchten installiert, der die Engel über- bzw. ausblendete. Dies schien eher in die sozialistische Programmatik zu passen, als eine christliche angehauchte Symbolwelt.

Der Kronleuchter wurde nach der Wende wieder entfernt, um das Werk Völkers zur Geltung zu bringen. Die Feierhalle wird auch heute  noch für öffentliche Veranstaltungen im Sinne der Bestattungskultur und Trauerfeiern genutzt. Erst im Jahr 2013 fand zum Beispiel ein großer Abschied mit mehr als 300 Gästen zu Ehren des berühmten Malers Willi Sitte statt. Jedes Jahr wird in verschiedenen Veranstaltungen z.B. am Volkstrauer- oder auch am Totensonntag der Verstorbenen gedacht.

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