Unser Nachhaltigkeitsbericht 2019

Wir betreiben eine ganzheitliche Feuerbestattungseinrichtung in der Mitte Deutschlands. In unseren Häusern wird eine moderne Bestattungskultur gelebt. Der Abschied von einem Verstorbenen - von der Trauerfeier am Sarg über die Einäscherung und Beisetzung im Friedgarten Mitteldeutschland- kann bei uns stattfinden. Auch der sogenannte Leichenschmaus oder ein Trauermahl ist im angrenzenden Restaurant möglich. Mit der Würde des Verstorbenen und den Wünschen der Angehörigen und Freunde im Fokus, bieten wir unsere so Dienstleistungen an, dass Trauernde entlastet werden und genug Raum für Abschied und Gemeinschaftlichkeit finden.

Aus Tradition für die Zukunft

Hervorgegangen aus dem 1920 gegründeten Volks-Feuerbestattungsverein Halle und Umgebung setzt das Flamarium eine 100-jährige Tradition der Feuerbestattungskultur fort. Dem Verein gehörten zwischenzeitlich bis zu 30.000 Mitglieder an. Er bezweckte die örtliche gegenseitige Hilfe im Sterbefall durch Geld- und Sachleistungen. Ab 1925 übernahm er alle Tätigkeiten der Bestattungsfürsorge und betrieb eigene Unternehmen wie Sargtischlerei und Fuhrbetrieb. Die Leistungen für Mitglieder deckten die Kosten für Sarg, Sterbehemd, Überführungen, die Feier in der Kapelle nebst Pflanzenschmuck und Harmoniumspiel, die Grabstelle und die Beisetzung der Urne ab. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der Verein 1934 aufgelöst und das Vermögen rechtswidrig enteignet. 

Dieses umfassende Verständnis des historischen Vereins, welches auch die Bestattungskultur, soziales Miteinander sowie die Menschenwürde einbezog, bilden das Fundament unserer gesellschaftlichen Verantwortung.

Vor allem aber betont es den Ansatz, den schon die erste Feuerbestattungsbewegung verfolgt hat: Ziel war und ist, Bestattungen anzubieten, die würdig sind, der Zeit folgen und die Wünsche der Verfügenden und Angehörigen höher bewerten als dogmatische Bestimmungen.

Die traditionellen Werte (Kultur, Soziales, Achtung der Menschenrechte) müssen bewahrt, aber auch der Zeit entsprechend mit neuen Ideen gefüllt werden. In diesen Prozess binden wir unsere Mitarbeiter aktiv ein. Wir wollen darüber hinaus nachhaltig handeln, um den künftigen Generationen eine intakte Welt zu hinterlassen. Gesellschaftliche Aufklärung zum Thema Tod und Umweltschutz spielen daher für uns eine große Rolle.

Der schmal Grat zwischen Effizienz und Würde

Die westliche Bestattungskultur basierte über Jahrhunderte auf tradierten Ritualen, die vornehmlich von den christlichen Kirchen bestimmt wurden. Doch unsere Gesellschaft hat sich verändert: Immer weniger Menschen sind religiös geprägt, andere Weltanschauungen werden wichtiger. Das bewirkt auch einen Umbruch in der Bestattungskultur. Rituale entfallen, werden teilweise durch neue ersetzt, hinterlassen aber auch Leerstellen. An diesem Punkt sehen wir uns verpflichtet, der Gesellschaft Angebote zu machen. Denn wir sind der Überzeugung, dass Menschen, die ihren eigenen letzten Weg planen oder den Verlust einer wichtigen und geliebten Persönlichkeit verarbeiten müssen, professionelle und zugleich empathische Unterstützung benötigen. Dies erfordert einen würdevollen Umgang mit dem Leichnam und einen respektvollen Kontakt mit den Hinterbliebenen.
Auch in der Bestattungsbranche wird ein verstärktes Umweltbewusstsein verlangt. Eine Bestattung – gleich ob Erd- oder Feuerbestattung – soll nicht nur würdevoll, sondern auch umweltschonend sein. Dieser Herausforderung stellen wir uns mit einem seit 2007 fest implementierten Umweltmanagementsystem. Mit diesem überwachen wir die bestmögliche Vermeidung von Emissionen und einen schonenden Umgang mit Ressourcen.

Der Verstorbene ist jedoch vor allem ein Mensch, von dem man sich verabschiedet und nicht ein Objekt, dass es zu entsorgen gilt. Aus diesem Grund legen wir großen Wert auf die Feststellung, dass im Umgang mit Verstorbenen ausschließlich das Bestattungsrecht des jeweiligen Bundeslandes und eben nicht Umweltrecht – z.B. Bestimmungen aus dem Abfallrecht – gilt.

Unser vielfältige und sensibles Aufgabenspektrum ist nur mit Hilfe entsprechend geschulter und motivierter Mitarbeiter beherrschbar. Aus diesem Grund unterstützen wir unsere Kollegen bei Weiterbildungen und privatem sozialen Engagement. Um neue Mitarbeiter zu gewinnen, setzen wir auf ein Höchstmaß an Transparenz, indem wir unsere Häuser und unsere Tätigkeiten öffentlich – etwa an Tagen der offenen Tür – vorstellen.

In den letzten beiden Jahren haben wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt. Alles, was wir als Unternehmen tun, hat Auswirkungen auf die Zukunft– auf die unserer Arbeitnehmer, auf die Umwelt, auf unsere Kunden und die Angehörigen der Verstorbenen und natürlich auch auf uns als Unternehmen. Wir möchten diese Zukunft aktiv gestalten und konzentrieren uns auf folgende sechs Nachhaltigkeitsaspekte: Tradition, Soziales, Achtung der Menschenrechte, Kultur und Arbeitnehmerbelange. Einen Fokus legen wir vor allem auf den Schutz der Umwelt.
Nachhaltigkeit bedeutet für uns, schon heute Schritte zu gehen, die morgen ein bewusstes, verantwortungsvolles und gutes Leben in dieser Welt ermöglichen.  


Frank Pasic & Michael Kriebel

Geschäftsleitung

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